Am Tag der Bundeswehr hatte die Reservistenkameradschaft Hof (RK) ihre Mitglieder zur Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen ins BSV Heim Unterkotzau eingeladen. Dieses war zur Veranstaltung gut gefüllt. Bei den Neuwahlen gab es keine „Experimente“. Distler bleibt Vorsitzender und wird durch eine in Teilen verjüngte Mannschaft unterstützt.
Als Gäste begrüßte Distler Oberstleutnant Jens Graupner, den Stellvertreter von Oberst Torsten Grefe und Oberstleutnant d.R. Michael Krug, Bezirksvorsitzender Oberfranken im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.. Dieser leitete auch die anstehenden Neuwahlen und nahm die Verpflichtung auf die Satzung des Verbandes vor.
Zu Beginn gedachten die Anwesenden der in diesem Jahr Verstorbenen mit einer Schweigeminute.
In seinem Rechenschaftsbericht über die zu Ende gehende Amtszeit listete Distler akribisch auf, wo und wie die Hofer Reservisten tätig waren.
Die Amtsübernahme fiel in die Hochphase der Coronazeit und deren Nachwirkungen, vor allem in der Vorstandsarbeit, sind noch heute zu spüren. In dieser Zeit unterstützte die RK zwei Impftage in der Turnhalle in Töpen.
Die Veranstaltungen wie Waffenausbildung in der Oberfrankenkaserne, die Nachtorientierungsübung Nachteule, Schießvorhaben der Bundeswehr, Gebirgsausbildungen, Info-Stände bei Stadtfesten, Teilnahme an Umzügen zu Schlappentag und Volksfest, Ehrenabordnungen zum Volkstrauertag in Hof und Töpen, Sammlungen für die Kriegsgräberfürsorge, sowie die zweimalige Unterstützung des Frankenpost-Firmenlaufes, bilden die Säulen der Verbandsarbeit. Ebenso die Teilnahme an Podiumsdiskussionen, wie zu Jahresbeginn im Hofer Central-Kino oder der „ganz frische“ Podcast mit MdB Heiko Hain, zum Thema Wehrpflicht unter „Hain hört zu“.
Aber auch das „Vereinsleben“ kommt nicht zu kurz. Monatliche Infoabende, der gut etablierte „Senioren-Ratsch“, das monatliche Luftgewehrschießen, die gute Partnerschaft zur ZUStelle in der Oberfrankenkaserne, das jährliche Sommerfest, die Jahresabschlussfeiern oder auch die Jahresabschluss-Stammtische zeugen von einer regen Vereinstätigkeit.
In der Mitgliederentwicklung markiert der 24.2.2022 (Russlands Überfall auf die Ukraine) ein wesentliches Datum. Seit diesem Zeitpunkt verstetigte sich die Mitgliederzahl wesentlich. So hat die RK aktuell 132 Mitglieder. Darunter auch 6 noch aktive Soldaten. Die Stärkeverhältnisse der Bundeswehr bei Heer, Luftwaffe und Marine spiegeln sich exakt in der Mitgliederstruktur wider. Mit einem derzeitigen Durchschnittsalter von 53,8 Jahren sei, so Distler „ ….noch reichlich Luft nach unten!“. Um dieses auch weiter zu verbessern, leisten die Beauftragten für Mitgliederwerbung einen stetigen Beitrag. Die Kameraden Christian Nitzsche, Jochen Ulshöfer und Detlef Opel erreichten mit der guten Arbeit in 2025 den mit einem Geldpreis dotierten dritten Platz in der Mitgliederwerbung im Bezirk Oberfranken.
Kassier Jochen Ulshöfer berichtete von einer entspannten Kassenlage, die die Revisoren Tomas Bauer und Jürgen Knieling entsprechend bestätigten.
Die von Michael Krug geleiteten Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis:
Vorsitzender bleibt Klaus Distler, 2. Vorsitzender wird Detlef Opel, 3. Vorsitzender Christian Schiller, Schriftführer wird Stefan Haußner, Kassierer bleibt Jochen Ulshöfer, Revisoren bleiben Thomas Bauer und Jürgen Knieling.
Manfred Hofmann und Uwe Baierlein stellten sich nicht mehr zur Wahl. Distler verabschiedete die langjährigen Vorstandsmitglieder mit Dank und Anerkennung aus den Ämtern, in dem Wissen, dass beide weiter für Hintergrundaufgaben zur Verfügung stehen werden.
(Jürgen Knieling)

Auf dem Bild (v.l.n.r.): Michael Krug (BezVorsOfr), Stefan Haußner (Schriftführer), Detlef Opel (2. Vorsitzender), Klaus Distler (Vorsitzender), Christian Schiller (3. Vorsitzender), Thomas Bauer (Revisor), Jochen Ulshöfer (Kassier), Jürgen Knieling (Revisor)
"Alpha, Bravo, Charlie ..., oder wie war das nochmal?" - Spannungsfall und Zivilschutz im Brennpunkt
Konzepte im Wandel der Zeit
In den Anfangsjahren stand der Ausbildungscharakter im Mittelpunkt. Mit den sich verändernden Einsatzspektren der Bundeswehr änderten sich in den Folgejahren auch die Ausbildungsanforderungen für Reservisten. Auslandsszenarien wurden entwickelt und fortgeschrieben. Seit 2023 konzentriert sich die Aufgabenstellung wieder mehr auf das Thema Landes- und Bündnisverteidigung sowie den Zivil- und Katastrophenschutz.
Auch diesmal konnte die Kreisgruppe Hochfranken im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. und die mit der Durchführung beauftragte Reservistenkameradschaft Hof um die Stabsfeldwebel Klaus Distler und Oberstabsfeldwebel Manfred Hofmann, wieder den Bauhof der Gemeinde Töpen als Basis nutzen und neben dem Kreisorganisationsleiter Stabsfeldwebel Michael Ries über siebzig Reservisten zu Ausbildung und Wettkampf begrüßen.

Für den in und um den Ortskern Töpen fiktiv eingesetzten II. Zug der 2. Kompanie des Heimatschutzregiment Bayern galt für die nächsten Stunden folgender Kernauftrag:
„Sie haben den Auftrag, das vor Ihnen liegende Gelände zu beobachten, Aufklärung zu betreiben, die im Rückraum liegende Gruppen zu sichern und diese bei Feindaktivität zu alarmieren“
Pünktlich um 18:30 Uhr schickten die Verantwortlichen alle Teams zeitgleich an verschiedenen Punkten auf die rund 6 Kilometer lange Strecke. Orientieren mit Karte und Kompass, vorgegebenen Skizzen, Laufen nach Marschzahlen sowie nach mündlichen und schriftlichen Wegbeschreibungen.
Neben Mannschaften aus Naila, Selb-Schönwald, Nordhalben, Selb–Erkersreuth, Selb-Schönwald, Coburg, Oelsnitz i. Vogtland, Team Töpen und der Bundeswehr in Hof ging als erstes Team die Mannschaft der Rotaract auf die Strecke. Die „Jungen“ verschafften sich damit einen eigenen Eindruck von der Reservistenarbeit.
Neben den militärischen Aufgaben wie das Bekämpfen von feindlichen Zielen mittels Brandflaschen, Zielaufklärung, Zuordnung von Leuchtmitteln, das Entschlüsseln von Funksprüchen, Feuerkampf und Selbst- und Kameradenhilfe fanden die Teilnehmer auf der Marschstrecke Stationen mit Fragen zum Zivil- und Krisenschutz in unserem unmittelbaren Umfeld vor, die es zu beantworten galt.
Zur Siegerehrung konnte der Vorsitzende der RK Hof Stabsfeldwebel Klaus Distler zusammen mit Bürgermeister Alexander Kätzel die Mannschaft der Reservistenkameradschaft Oelsnitz unter Führung von Oberstleutnant Kai Burmeister, zum verdienten Sieger ausrufen. Den Glückwünschen folgte ein Brotzeitkorb (Gutschein) und 2 Flaschen Töpen-Sekt. Dieser Brauch spiegelt seit 32 Jahren die Wertschätzung und den Umgang mit unseren Soldaten der Reserve vollumfänglich wider.

Bilder: Michael Ries/RK Hof
Text: Klaus Distler/Jürgen Knieling
